Schnittstellen und Brüche. Über einige Prinzipien von Kunst und Wissenschaft
  • 15. Dezember 2017
  • Vortrag

Schnittstellen und Brüche. Über einige Prinzipien von Kunst und Wissenschaft

Vortrag von Ingo Nussbaumer auf der Farbkonferenz in Basel

Goethes Farbenlehre im Lichte neuerer Untersuchungen aus Physik, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie.
Vortrag Farbkonferenz am Philosophicum in Basel, 29. – 30. September 2017.

Redner: Ingo Nussbaumer
Künstler und Kunsttheoretiker
Universität für angewandte Kunst in Wien, Fachbereich Malerei
29.09.2017
Dauer: 36:37 min

Eine unzureichende Differenz

In der Unterscheidung von Sinnlichkeit und Verstand thematisiert sich ein Konfliktpotential der bildenden Kunst. Vor allem, wenn es um Bewertungen oder auch Rollen geht, welche die Teile dieser Unterscheidung einnehmen. Vielfach wird dabei der konzeptuellen, als vom Verstand oder der Vernunft her inspirierte Zugangsweise ein Vorrang eingeräumt und der perzeptuellen eine gewisse Unverständigkeit und Beschränkung auf den Bereich sinnlicher wie seelischer Erregungen zugesprochen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings die Unzulänglichkeit dieser vereinfachten Gegenüberstellung.

Die Erweiterung

Im Begriffspaar Konzept und Intent wird zur konzeptuellen Gestaltung ein komplementärer Bereich der intentionellen Gestaltung eingeführt. Die Gegenüberstellung wird u.a. anhand der klassischen Kunstlehre der Rhetorik aufgerollt und in den Kontext der Auseinandersetzung von disegno e colore gestellt, um verständlich zu zeigen, dass das Prinzip der Farbe im Zusammenhang mit der intentionellen Gestaltung weit mehr ist als bloße Sinnlichkeit.

Bettung in die Wissenschaft

Die beiden Prinzipien lassen sich auch im Kontext der Wissenschaft sichten, wobei Newtons Optik und Goethes Farbenlehre zur Sprache kommen. Newtons wissenschaftlicher Ansatz ist primär konzeptuell orientiert. Er entwirft ein klares und seiner Zeit gegenüber innovatives Konzept des Lichtes, das er experimentell zu beweisen versucht. Goethes wissenschaftlicher Ansatz leitet sich mehr von seiner experimentellen Methode her wie auch der Art, Farbe als einen offenen Begriff zu behandeln, welcher seinen Zusammenhang erst Schritt für Schritt freigibt. Dieser Ansatz ist intentionell orientiert. Wie Goethes experimentelle Methode zu neuen wissenschaftlichen Entdeckungen führt, wird gestreift.

Wissenschaftliches SymposiumVeranstalterRedner

«Ich habe nicht gebaut, aber gesäet habe ich»

Wissenschaftliches Symposium. Goethes Farbenlehre im Lichte neuerer Untersuchungen aus Physik, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie.

Programmübersicht:

Freitag, 29. September

Samstag, 30. September

 

Detaillierte Beschreibung

 

Link zur Veranstaltung

Philosophicum im Ackermannshof, Stefan Brotbeck und Renatus Ziegler
in Kooperation mit Johannes Grebe-Ellis, Matthias Rang und dem Förderverein Experiment FARBE, Basel

St. Johanns-Vorstadt 19–21,
CH-4056 Basel
Telefon: +41 (0)61 500 09 30

Ingo Nussbaumer – Homepage

Universität für angewandte Kunst Wien – Webseite


 

6 Kommentare für “Schnittstellen und Brüche. Über einige Prinzipien von Kunst und Wissenschaft

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