• 8. November 2019
  • Literatur

Orte der Farbe

Zur chromatischen Stimmung von Räumen in der Architektur

Schmitz, Thomas / Schröder, Uwe / Kramer, Franziska / Neuefeind, Anja (Hrsg.) Orte der Farbe. Zur chromatischen Stimmung von Räumen der Architektur. Verlag der Buchhandlung Walther König Köln 2019, 309 Seiten, Illustrationen. ISBN 978-3-96098-524-2

Die Publikation erscheint anlässlich der Aachener Tagung Orte der Farbe, die vom 25.-27.11.2015 im Reiff-Museum der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen stattgefunden hat.

Die Anthologie unternimmt ausgehend von einer interdisziplinären Betrachtung den Versuch einer Verständigung über grundsätzliche Auffassungen, Bedeutungen und Zusammenhänge von Farbe und räumlicher Situation und über die Möglichkeiten einer daraus hervorgehenden Gestaltung von Architektur und Stadt. Die Beiträge spannen einen Bogen von kulturellen, gesellschaftlichen, zu historischen und theoretischen, zu phänomenologischen, psychologischen und neurologischen, zu materiellen und konstruktiven, zu gestalterischen, künstlerischen und zu entwurflichen Grundlagen eines enzyklopädischen Wissens zur Farbe.

Mit Beiträgen von Detlef Beer, Wim van den Bergh und Nathalie Bodarwé, Peter Bialobrzeski, Rosanna Carullo und Rosa Pagliarulo, Jasper Cepl, Elger Esser, Markus Grob, Birgit Haase, Jürgen Hasse, Isabel Haupt, Andreas Hebestreit, Günter Kollert, Franziska Kramer, Léon Krier, Johannes Kühl, Alexander Markschies, Wolfgang Meisenheimer, Michael Mönninger, Olaf Müller, AnneMarie Neser, Anja Neuefeind, Klaus Jan Philipp, Esther Ramharter, Rolf Sachsse, Matthias Sauerbruch, Hermann Schmitz, Thomas Schmitz, Uwe Schröder, Lino Sibillano und Stefanie Wettstein, Jens Soentgen, Manfred Speidel, Jakob Steinbrenner, Katrin Trautwein, Birgit Wiens.

zum Buch

Forschungsvorhaben „Orte der Farbe“

Das zweckhafte Anordnen und Errichten von Orten ist eine zentrale Aufgabe der Architektur. In der wechselseitigen Beziehung zwischen architektonischen Formen und Räumen und den äußeren und inneren Bedingtheiten, unter denen sie wahrgenommen werden, kommt der Farbe als allgegenwärtigem Phänomen eine besondere Bedeutung zu.

Aufgrund ihrer dialektischen Begründung als physikalische Tatsache (Materie und Licht) und als physiologische Erscheinung (als Erlebnisqualität, die das Gehirn generiert), ist ihre rein naturwissenschaftliche Beschreibung ebenso unzulänglich, wie eine rein subjektive Deutung. Das Phänomen Farbe entwickelt eine Wirkung als Interaktion von Subjekt, Materie, Raum, Licht und Zeit unabhängig von seiner Definition und Entstehung. Es existiert kein Ort ohne Farbe – sie wirkt unmittelbar auf die Wahrnehmung und das Befinden des Betrachters ein.

Die Erforschung dieses komplexen Wirkungsmechanismus als Grundlage gestalterischer Strategien in allen Bereichen der gesellschaftlichen Umgebung kann, unter Einbeziehung des Subjektiven und unter Berücksichtigung zahlreicher Positionen aus unterschiedlichen Fachgebieten gelingen. Das Forschungsvorhaben „Orte der Farbe“ resultiert aus dieser Überlegung.

Das Wissen über Farben und ihre vielfältigen Konnotationen und Wechselwirkungen soll unter dem Gesichtspunkt der für Architektur und Design zentralen Frage der raumzeitlichen und atmosphärischen Stimmung des Subjekts durch ‚Orte der Farbe’ neu zusammengeführt werden. ‚Orte‘ verstehen wir dabei als spezifische Konstellation in Raum und Zeit – und zwar in allen Maßstabsbereichen. In der Zusammenführung eröffnen sich neue Kategorien für die Konzeption und Ordnung von Räumen, die über die Möglichkeiten der Geometrie hinausführen, und die der Entwurfsforschung zugeordnet werden können. Nicht zuletzt lassen sich auch fachübergreifende Erkenntnisse für eine architekturspezifische Farbenlehre gewinnen, die den besonderen Anforderungen eines raumzeitlichen Umgangs mit Farbe entspricht.



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